Deutschlands Gesundheitswesen ist hoch entwickelt. Trotzdem kann vielen chronisch Erkrankten nicht geholfen werden. Ein Grund: Schulmedizin und Naturheilverfahren werden meist isoliert angewandt. Erfolge zeigt die kombinierte Anwendung.
Dass in vielen Fällen Naturmethoden besser helfen als die wissenschaftlichen Ansätze der „Apparatemedizin“, gilt als erwiesen. Sie setzen vor allem auf die Heilkraft pflanzlicher Wirkstoffe, gezielte Bewegungsanwendungen und eine ausgewogene Lebensführung im Einklang mit der Natur. Auch mit den Ansätzen der Alternativmedizin, kann beispielsweise durch die Traditionelle Chinesische Medizin mit Akupunktur und speziellen Massagen, lassen sich immer wieder überraschende Erfolge erzielen.
Facharzt verordnet, Patient schluckt
Allerdings betrachten viele Ärzte Naturheilverfahren lediglich als Ergänzung ihres Therapiansatzes. Der Patient folgt seiner Verordnung mangels Wissen. Selten werden die Methoden kombiniert. Der Fehler liegt im System: Die hohe Spazialisierung medizinischer Fachrichtungen hindert Mediziner am „Blick über den Tellerrand“. Zudem sind die Bahandlungserfolge bei Naturheilverfahren nicht immer mit wissenschaftlichen Grundsätzen erklärbar, was Zweifel nährt. Dabei ist selbst für Laien nachvollziehbar, dass eine ganzheitliche Betrachtung potenziell erfolgsversprechende Therapieansätze zulässt und die enge Fokussierung auf Einzelbehandlungen vom örtlichen Facharzt.
Hier setzt die „Integrative Medizin“ an: Lebensumstände und Krankheitsgeschichte das Betroffenen finden umfassend Beachtung. In den Therapieplan fließen gleichzeitig sowohl schulmedizinische als auch naturheilkundliche Behandlungsverfahren ein. Stets wird der Mensch als Ganzes gesehen und nicht in einzelne Bereiche wie Herz und Psyche unterteilt, und dann entsprechend isoliert behandelt. Das Zauberwort heißt Vernetzung.
Ganzheitliche Therapielösung
Erfolge zeigen sich besonders bei Schmerzpatienten, berichtet Prof. Doering von der Deutschen Klinik für Integrative Medizin und Naturheilverfahren in Bad Elster, Träger des bayrischen Klinikförderpreises. Schmerztherapien gelten als anspruchsvoll, weil Diagnosen oft schwierig sind und Therapien auf Umwegen zum Ziel führen. In der Klinik arbeiten Ärzte und Therapeuten Hand in Hand. Im Ergebnis finden sich oft alternative Behandlungen, welche die medikamentöse Therapie ergänzen, minimieren oder sogar ersetzen. Fachleute schätzen die Zahl chronisch Schmerzkranker in Deutschland auf rund sechs Milionen. Gelingt die Rückfuhr der Medikamentendosis nicht, gelangen sie schnell in einen Teufelskreis aus immer höheren Dosen bei abnehmender Wirkung. Die Behandlung in den wenigen deutschen Spezialkliniken für Integrative Medizin übernimmt die Krankenkasse. Die Deutsche Klinik in Bad Elster hat alles Wissenswerte zum Thema zusammengetragen. Eine Hotline unter der Telefonnummer 0800-7511111 beantwortet Patientenfragen rund um das Thema.