Die enge Verzahnung zwischen Körper und Seele muss gerade bei chronischen Erkrankungen beachtet werden. Oftmals drücken sich seelische Konflikte in körperlichen Symptomen aus. Ständige Beschwerden und Schmerzen sind dann aber nicht nur eine körperliche Beeinträchtigung, sondern belasten auch die Psyche. Dies kann sich aber wiederum ungünstig auf die Erkrankung auswirken. Gleichgültig, ob am Anfang eine große seelische Belastung oder eine körperliche Erkrankung stand, Patienten geraten oftmals in eine Spirale, bei der sich der seelische Zustand beständig verschlechtert. Wir behandeln in der DEKIMED diese Störungen der Seele. In Abgrenzung zu Psychosen wie z. B. der Schizophrenie sind das keine psychischen Krankheiten! Einem ganzheiltlichem Konzept folgend, ist unser Therapieansatz verhaltenstherapeutisch.
Jeder von uns trägt "gestörte" Züge in sich - ein Behandlungsbedarf besteht jedoch nur dann, wenn es zu einer merklichen Einschränkung der Lebensqualität kommt (z. B. durch Angst, Panik, Traurigkeit, Schmerz, Zwang) . Eine Verhaltenstherapie muss immer freiwillig erfolgen, d.h., sie hat keinen Sinn, ohne ein eigenes Bedürfnis für eine Therapie zu verspüren. Man schätzt, dass in Deutschland ca. 12 - 26% der Bevölkerung an einer seelischen oder affektiven Störung leiden. Funktionelle Beschwerden (z. B. Reizdarm) und psychosomatische Erkrankungen (d. h. körperliche Beschwerden und Erkrankungen, die auf Grund einer psychischen Ursache entstehen) machen beinahe die Hälfte aus. Diese Störungen sind "Varianten des seelischen Seins", die aus Anpassungsvorgängen an die Umwelt hervorgegangen sind.
Eine seelische Störung ist sozusagen eine "Fehlanpassung", durch die auftretende Probleme nicht gelöst werden, sondern an einer anderen Stelle wieder zum Vorschein treten. In einer Problemsituation werden früher ungünstig erlernte Verhaltensweisen abgerufen und führen zu einer Reaktion, die dem Leben des Betroffenen nicht mehr angemessen ist. Eine seelische Störung kann entweder nur bestimmte Anteile der Persönlichkeit umfassen, so dass - mit verhaltensmedizinischer Hilfe - im großen und ganzen ein "normales" Leben geführt werden kann, oder sie erstreckt sich als Persönlichkeitsstörung auf weite Bereiche des gefühlsmäßigen Erlebens und der Beziehungsstrukturen. Dies beeinträchtigt den Betroffenen in seiner Gesamtheit oft so deutlich, dass die Teilhabe am Leben in Beruf und / oder Gesellschaft stark eingeschränkt ist.
Wegen der Vielfalt der möglichen Störungen umfasst Verhaltenstherapie in der DEKIMED ein vielfältiges Spektrum von Methoden, bei denen vor allem die Hilfe zur Selbsthilfe für den Patienten im Mittelpunkt steht. Dem Patienten werden Methoden vermittelt, mit denen er seine eigenen Problemfelder bewältigen kann. Die Therapie läuft zielorientiert. Die Behandlung bezieht sich dabei mehr auf das "Hier und Jetzt" als auf die Vergangenheit, ohne jedoch die Analyse der Problementstehung zu vernachlässigen. Die Reha folgt einem Behandlungskonzept der begrenzten Ziele und begrenzten therapeutischen Schritte, die im konkreten Einzelfall eine Veränderungsperspektive eröffnen und zu einer Zeit der konkreten Problemklärung oder der persönlichen Weiterentwicklung werden kann.
Im therapeutischen Prozess werden die Gefühle, die Gedanken und die Einstellungen jedes Einzelnen ebenso thematisiert, wie beobachtbares Verhalten oder aktuelle sowie vergangene Erlebnisse. Neben den Basisfertigkeiten in der Gesprächsführung, der Motivations- und Beziehungsarbeit kann der Therapeut sowohl allgemeine als auch störungsspezifische Therapieverfahren auswählen. Diese Maßnahmen können flexibel in den jeweiligen Behandlungsplan integriert werden, - je nach individueller Problematik - z. B. das Lernen von Angstbewältigungstechniken, "Entkatastrophisierung", Aufmerksamkeitslenkung, Reizkonfrontation, kognitive Depressionstherapie, Problemlösungstherapie, Training sozialer Kompetenzen, Entspannungstraining.
In Einzel- und Gruppengesprächen hilft unser Team von Psychologen / Psychotherapeuten, Ergotherapeuten und Sozialpädagogen bei der Krankheits- und Ursachenbewältigung. Die Gespräche dienen unter Umständen auch der Vorbereitung auf eine ambulante Psychotherapie oder die Integration in eine Nachsorgeprogramm.